Was ist protestantisch?

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Paul Michael Hilbert, Münsterbaumeister:
„Ich bin Kosmopolit. Meine Konfession setzt mir in diesem freiheitlichen Denken keine Grenzen. Ich könnte unmöglich in Straßburg oder Köln Münsterbaumeister sein, denn die katholische Kirche hätte ich schon vor Jahrzehnten verlassen.“

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Tabea Frey, Münsterpfarrerin:
„Evangelisch sein heißt, die Befreiung des Evangeliums verkünden zu dürfen. Ich halte es nicht für entscheidend, bibeltreu im Wortsinne zu sein, sondern die Gesamtbotschaft zu sehen. Wir haben die Freiheit, alles zu denken und alles prüfen zu dürfen.“

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Friedemann Johannes Wieland, Erster Organist und Münsterkantor:
„Ich denke, dass es bei uns liberaler zugeht. Das Münster mit seiner Orgel bietet viel Raum für Experimente, und die sind auch möglich. Es darf auch mal ein Ave Maria sein, wenn sich das ein Hochzeitspaar wünscht.“

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Christoph Planck, Mitglied im Team der Münsterauskunft:
„Ich schätze, dass ich einen freien Zugang zur Bibel habe und mich ganz persönlich und selbstverantwortlich mit der Bibel auseinandersetzen kann. Wir brauchen unsere Kirche weniger als die Katholiken – das ist ein großer Schatz, aber auch eine Schwäche.“

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Gert Käppler, Mesner (+):
„Der evangelische Glaube fühlt sich viel freier an als der katholische. In einer Stadt wie Ulm spürt man das besonders. Diese Kirche wurde nicht von einem Bischof oder einem Fürst gebaut, sondern es ist eine Bürgerkirche, eine Gemeinschaftsleistung, das ist faszinierend.“

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 Ernst-Wilhelm Gohl, Dekan und Münsterpfarrer:
„Wir haben eine große Freiheit und Weite. Darin liegen Chancen und Gefahren. Man muß auch Unterschiede aushalten können, es gibt ja auch kein oberstes Lehramt, wo alles ganz genau definiert wird. Wir haben auch Platz für Leute mit eigenen Persönlichkeiten.“