Was ist protestantisch?

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Alexander Gross, Pastor in Petrodolina, Präsident der DELKU-Synode:
„Wichtig sind die vier Solas: Schrift, Glaube, Gnade und Christus. Die Grundlage für alles, was wir tun, ist ist die Heilige Schrift. Wenn das nicht mehr gilt, sind wir nur noch ein Sozialclub. Bei uns hier draußen ist die Tradition ohne Bedeutung.“

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Igor Velicky aus Martin/Slowakei, Freiwilliger Helfer  in der Bibelschule Petrodolina:
„Ich bin seit meinem 14. Lebensjahr in der evangelischen Kirche. Was soll ich sagen? Das ist meine Heimat, Gott hat mich dorthin gestellt.“

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Andreas Hamburg, Pfarrer an der Paulskirche in Odessa:
„In der Ukraine stehen wir in direktem Vergleich mit der starken Orthodoxie. Protestantisch sein bedeutet, sich den Herausforderungen der Zeit zu stellen; es bedeutet die Bereitschaft, sich ständig selber zu reformieren. Das geht bei den Orthodoxen nicht so einfach. Wir lehnen den Personenkult und die Abgabepflicht der Gemeindemitglieder ab, wie sie die Freikirchen praktizieren. Wir müssen uns immer fragen: Wo in unserer Arbeit steckt Christus drin?“

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Alexander Wilhelmowitsch Jungmeister, Lehrer i.R. und Gemeindemitglied der Paulskirche in Odessa:
„Die evangelische Kirche St. Paul ist meine geistliche Heimat. Ich bin fast jeden Sonntag im Gottesdienst. Ich liebe diese Kirche, in anderen fühle ich mich fremd.“

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Uland Spahlinger, Bischof (bis 2014) der Deutschen Evangelisch-Lutherischen Kirche in der Ukraine in Odessa:
„Meine Vorstellung von Protestantismus stellt sich im Taufstein der Paulskirche dar. Wir alle haben einen direkten Zugang zu Gott, wir sind Teil der Schöpfung Gottes. Wir sind eine Gemeinde, in der Männer und Frauen gleichberechtigt sind, in der jeder seine Gaben und Talente einbringen kann, eine Gemeinde, in der geachtet und wertgeschätzt wird, was Gott uns mitgegeben hat. Bei uns sind nicht die Titel entscheidend, sondern die Aufgaben. Mir wird manchmal gesagt: Das geht doch nicht, dass ein Bischof „marschroutka“ (Linienbus) fährt. Oh doch, das geht. Wir müssen uns kleinmachen.“

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Veronica Struck, Korrepetitorin am Opernhaus Odessa und Organistin an der Paulskirche:
„ich habe 1996 am Rande eines Meisterkurses in Berlin zum ersten Mal einen evangelischen Gottesdienst erlebt. Das war im Berliner Dom. Danach wollte ich auch Lutheranerin sein. Für uns besitzt die Musik, allen voran Johann Sebastian Bach, eine herausragende Bedeutung. Ich kann nicht verstehen, warum es in der orthodoxen Kirche keine Konzertkultur gibt. Musik ist so wichtig und so wunderbar.“