Was ist protestantisch?

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Mia Rahr Jacobsen, Gadepraest an der Trinitatis Kirke:
„Ich bin eine Frau und arbeite als Pfarrerin. Und ich bin lesbisch und muß mich nicht dafür rechtfertigen. Ich kann meinen Glauben in einer offenen Gesellschaft leben. Bei unseren modernen Gottesdiensten kommen manchmal katholische Gäste und sagen anerkennend: Oh, ihr lebt ja schon im 21. Jahrhundert! Das gefällt mir.“

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Bente Thorngreen, kordegn an der Grundtvig Kirke:
„Es ist hier üblich, ich bin damit aufgewachsen. Ich liebe die Schönheit des Raumes in unserer Kirche, und ich spüre, dass ich nur ein Teil eines viel größeren Ganzen bin. Ich brauche keine Heiligen, um mit Jesus und mit Gott zu sprechen.“

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Birgitte Stoklund Larsen, Leiterin der Grundtvig-Akademie:
„Meine Welt wäre kleiner, wenn ich nicht in der evangelischen Kirche wäre. Ich bin nicht unbedingt ein guter Mensch, aber wenn ich das Evangelium verinnerliche, kann ich es vielleicht werden. Manche New-Age-Bücher sagen mir: Du hast alles in dir selbst! Das glaube ich nicht.“

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Niels Nyman Eriksen, Pfarrer an der Apostelkirke:
„Ich mag die Idee von der Priesterschaft aller Gläubigen, ich mag es, dass die Leute in der Kirche und im Gottesdienst mitentscheiden und teilhaben. Luther ist für mich nur eine Quelle der Inspiration, aber nicht die einzige. Wenn man sich mit katholischen Theologen unterhält, stellt man fest, dass es zwischen Luthers Theologie und der katholischen Theologie heute keine großen Unterschiede mehr gibt.“

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Gertrud Hojlund, Redakteurin beim Radiosender radio24syv:
„In Dänemark gibt es praktisch nur die eine Option, aber ich bin glücklich damit. Ich glaube, dass eine evangelische geprägte Gesellschaft liberaler und weniger konservativ ist. Das finde ich prima. Wir haben den geistigen Freiraum, unsere eigene Rolle in der Welt zu finden und die Welt zu interpretieren und werden dabei nicht von der Tradition niedergehalten. Dadurch ist unser Glaube besser in die moderne Welt zu integrieren.“