Was ist protestantisch?

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Maria Bekesova, Bibliotheksassistentin im Lyzeum von Kezmarok:
„In Lubica gibt es nur ungefähr 100 Evangelische. Schon mein Großvater war evangelisch, meine Eltern auch. Es gehört für mich einfach dazu. Es ist anders bei uns. Die Katholiken schreiben bei uns ihre Sünden auf Zettel, geben sie dem Pfarrer und werden gegen Bezahlung von den Sünden freigesprochen. Das gefällt mir nicht.“

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Katarina Slavickova, Leiterin der historischen Lyzeumsbibliothek in Kezmarok:
„Es waren immer die Evangelischen, die in Fragen der Bildung, Kultur und Erziehung offen für Neues waren. Wir müssen keine Angst vor der Moderne haben, wir sind stolz darauf. Gleichzeitig haben wir ein großartiges kulturelles Erbe, das wir für spätere Generationen erhalten müssen. Ich mag es, dass unser Pfarrer zu uns spricht wie zu Geschwistern. Er sagt nicht: Ihr müsst es so oder so machen, nur dann ist es richtig.“

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Helena Hanseliova, Kirchenwächterin in der Holzkirche von Kezmarok:
„Ich wurde katholisch getauft, aber ich habe mich in der Messe und bei der Ohrenbeichte nie wohl gefühlt. Es war ein Glück für mich, dass ich einen evangelischen Mann geheiratet habe, das hat mir den Anlass gegeben, zu konvertieren.  Wir sind nur wenige, aber wir halten besser zusammen. Unsere Gemeinde ist für mich wie eine Familie.“

 

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Jozef Horvath, Presbyter in Kezmarok:
“Ich habe einige Jahre in Düsseldorf gearbeitet und war dort auch im Gottesdienst. Da habe ich gemerkt, wie wichtig wir die Zeremonie ist: Das Heilige Abendmahl, das Sündenbekenntnis. Das war mir dort alles zu locker. Wir haben als Evangelische wichtige Inhalte und ein großes Erbe weiterzugeben, und das gibt mir ein gutes Gefühl.“

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Roman Porubän, Pfarrer von Kezmarok:
„Das wichtigste ist, die Wahrheit des Evangeliums im täglichen Leben umzusetzen und weiterzugeben. Darin sind wir eine Kirche Jesu Christi, ohne dass wir uns damit über andere erheben, wie es der Papst in seiner Enzyklika „Domine Jesu“ getan hat.“