Was ist protestantisch?

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Klaus Langeneck, Pfarrer von Torre Pellice:
„Die Hierarchie und der kirchliche Apparat sind nicht so wichtig. In einer großen und mächtigen Kirche würde ich mich nicht wohl fühlen. Bei den Waldensern gibt es keine spezialisierten Fachleute für alles mögliche, sondern du bist es selber. Man erinnert sich noch an das pauperistische Ideal des Mittelalters. Es ist ein Wunder, dass es uns noch gibt.“


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Davide Rosso, Direktor des Waldensischen Kulturzentrums in Torre Pellice:
„Jeder hat die gleichen Rechte, jeder kann sich ausdrücken, wie er will und jeder soll den anderen zuhören. Wir sind demokratisch, nicht hierarchisch. Das bedeutet aber auch: Jeder ist persönlich verantwortlich. Für uns Waldenser ist unsere Geschichte ganz, ganz wichtig. Wir sind die Brücke vom Mittelalter zur Reformation.“


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Marco Fratini, Bibliothekar im Waldensischen Kulturzentrum in Torre Pellice:
„Wir sind nur eine kleine Minderheit. Unsere Gemeinde ist uns ungemein wichtig, sie ist wie eine Familie für uns.“


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Sarah Rivoira, Archivarin im Waldensischen Kulturzentrum in Torre Pellice:
„Wir gehören einer Gemeinschaft an, die durch den Glauben verbunden ist. Es ist eine kleine Gemeinschaft, aber sie bedeutet uns sehr viel. In Italien kennen uns viele Leute gar nicht.“


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Nicoletta Favout, Museumspädagogin im Waldensischen Kulturzentrum in Torre Pellice:
„Die Italiener wissen wenig von der Verschiedenheit des Christentums. Christen und Katholiken: Das ist für sie eins. Wir teilen vieles mit anderen Christen, aber wir haben auch Eigenheiten: Für uns zählt Jesus, nicht Maria. Bei uns haben alle Gläubigen die gleiche Verantwortung. Pfarrer sind Lehrer, keine Priester. Unser Zentrum ist die Bibel, nicht die Tradition.«