Was ist protestantisch?

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Ian Gilmour, Reverend an der St. Andrews and George Church:
“Protestantismus ist das Priestertum aller Gläubigen. Ich bin als Pfarrer nicht der Mittler zu Gott, es hängt nicht alles von mir ab. Jeder soll seine eigene Beziehung zu Gott entwickeln können. Protestantismus ist Veränderung. Wenn sich deine Straße wandelt, wenn neue Leute herziehen oder alte Häuser verschwinden, musst du darauf eingehen, wenn du dazu gehören willst. Das gilt auch für die Theologie.“

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Donald Smith, Leiter des Scottish Story Telling Centre / John Knox House:
“Früher gab es klare Merkmale: Hart arbeiten, vernünftig, diszipliniert und sehr selbstbezogen  leben. Aber diese protestantische Identität Schottlands starb in den 1960er Jahren. Reformierte Ideen von Demokratie und Sozialfürsorge sind noch immer sehr lebendig. Aber die Idee einer protestantischen Identität ist fort.“

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Elizabeth Henderson, Reverend an der Richmond Craigmillar Church:
„Protestanten haben immer dafür gekämpft, dass sich Dinge verändern. Darum geht es: Wir müssen uns verändern, auch wenn wir nicht genau wissen, in welche Richtung. Aber wir müssen es ausprobieren. Wir sind keine Nationalkirche mehr, die Leute haben uns nicht mehr zugehört. Wir dürfen nicht so viel über uns selber nachdenken, sondern wir müssen uns mit der Welt beschäftigen.“

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Sheilagh Kesting, Ökumenebeauftragte der Church of Scotland:
„Ich habe kein besonders starkes reformiertes Bewusstsein. Ich bin in diesem Milieu aufgewachsen, aber vieles spricht mich heute nicht mehr an. Wir sollten unseren Platz in der Gesellschaft ohne Überheblichkeit annehmen. Ich ziehe es vor, eine Vermittlerrolle zu übernehmen.“