Was ist protestantisch?

Rob Visser, Pfarrer und Gründer der Pionierkerk von Amsterdam-Ijburg:
„Ich bin sehr ökumenisch. Natürlich, Maria und der Papst, das bedeutet mir nichts. Aber im Großen und Ganzen gibt es für mich keinen Unterschied. Ich spreche nicht von Katholiken oder Protestanten, sondern von Christen. Unsere Aufgabe ist es, nach Gemeinsamkeiten zu suchen und nicht nach Unterschieden.“

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Fokkelien Osterwijk, Pfarrerin an der Westerkerk:
„Protestantisch ist an unserer Arbeit vor allem die Organisation. Wir haben keinen Papst, bei uns geht es ausgesprochen demokratisch zu. Es wäre mir lästig, wenn ich einen Bischof über mir hätte, der mir sagt, wie es gehen muß. Unsere Gottesdienste sind zwar manchmal liturgisch frustrierend, aber es zählt der Inhalt und nicht die Zeremonie. Das ist doch das Entscheidende.“

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Matthias de Vries, Leiter der Protestantischen Diakonie Amsterdam:
„Wir sind in unserer Arbeit und unseren Entscheidungen autonom; wir gehören nicht direkt zur Kirche. In unseren Projekten setzen wir auf die Selbsthilfekraft derer, um die es geht. In Süditalien habe ich ein Plakat einer katholischen Hilfsorganisation gesehen: Ein alter Priester gibt einem Kind aus Schwarzafrika Geld in die Hand. So ein Bildmotiv wäre für uns unmöglich.“

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Arjette Kuipers, Projektleiterin virtuelle Lebensberatung:
„In der Zukunft werden kirchliche Strukturen immer weniger wichtig sein. Junge Leute suchen neue Formen, neue Erzählungen vom Glauben in der Gegenwart. In den Niederlanden sind die Kirchen besonders stark unterteilt, aber alle haben etwas von der christlichen Botschaft zu bieten.“

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Arend Driessen, „Straatpastorat“ der Diakonie (Mitte):
„Ich bin als Protestant geboren, ich habe die Theologie des protestantischen Glaubens erfahren und kann das auch weitergeben. Aber unter der Sonne hat jeder seinen Platz, und wir sind offen für alle und tolerant gegenüber jedem Glauben.“